Archiv der Kategorie: Frisch gedacht

Traumberuf oder Berufung?

Augen zu und Hamsterradeln?

Das scheint die Devise vieler Menschen zu sein. “Man muss ja schließlich froh sein, wenn man einen Beruf hat”, “Irgendwie muss ich ja mich/meine Familie ernähren können”, so oder ähnlich lauten die Erklärungen, warum sich viele (noch) nicht mit ihrer Berufung beschäftigt haben. Das Fatale: Die solchen “Erklärungen” innewohnenden Suggestionen lauten in etwa: “Mit meinem Traumberuf/meiner Berufung kann ich kein Geld/nicht genug Geld verdienen” oder “Man muss es sich leisten können, seinen Traumberuf/seine Berufung zu leben”…

Ist das so? Wenn du diese Worte auf dich und auf dein Leben für einen Moment lang wirken lässt, was kommt dir dabei in den Sinn?

Brett vorm Kopf?

Da fällt mir gerade eine Geschichte ein. Ein junger Holzfäller schaffte lange Zeit pro Tag sieben Bäume mit seiner Axt zu fällen. Nach einer Weile schaffte er nur noch sechs, später fünf und so weiter. Ein sehr alter erfahrener Holzfäller sah das und wollte ihm einen Hinweis geben. Kaum setzte er an, etwas zu sagen, fuhr ihn der junge Holzfäller auch schon an: “Lass mich in Ruhe, alter Mann, ich muss meine Arbeit tun. Siehst du das denn nicht?” Was er nicht wusste: Der erfahrene Holzfäller wollte ihm raten, seine Axt zu schärfen, die zusehends stumpfer geworden war angesichts der vielen gefällten Bäume…

In Bezug auf den Traumberuf/die Berufung hinkt diese Geschichte zwar etwas, aber eins macht sie klar: Manchmal spart es Zeit und Energie, über das, was man gerade zu tun gedachte, nachzudenken. Dadurch kann “die Axt geschärft” oder auch ein neuer Weg gefunden werden, sodass das ursprüngliche Ziel vielleicht sogar bei weitem übertroffen wird.

Direkt gefragt

  • Wie bist du zu deinem derzeitigen Beruf gekommen?
  • Wie sehr liebst du deinen Beruf?

Solltest du bei der zweiten Frage nicht aus voller Inbrunst heraus ein Loblied auf deinen momentanen Beruf singen können, wirst du hier womöglich wertvolle Inspiration mitnehmen können: Deine Berufung finden. 🙂

Glück, oder was?

Mein Beitrag zur

Blogparade „Glück muss man können“

die von Silvia Chytil angestoßen wurde. Siehe http://silviachytil.at/schwebebalken/glueck-muss-man-koennen-blogparade/

Silvia lädt auf ihrem Blog dazu ein, auf folgende Fragen einzugehen (um besser Bezug nehmen zu können, habe ich sie einfach durchnummeriert):

Mögliche Leitfragen:

Auf der Suche nach dem Glück - Blogparade von Silvia Chytil
Auf der Suche nach dem Glück – zur Blogparade von Silvia Chytil
  1. Was ist für dich  Glück?
  2. Was brauchst du um glücklich zu sein?
  3. Wie kannst du dein Glück selbst beeinflussen?
  4. Warst du früher glücklicher oder unglücklicher?
  5. Ist Glück erlernbar?
  6. Glaubst du, dass es Menschen gibt, die Glück „können“ und andere nicht?
  7. Wann warst du das letzte Mal so richtig glücklich?
  8. Ist Geld für dein Glück ausschlaggebend?
  9. Findest du das Wort „Glück“ und deren Bedeutung überbewertet?
  10. Hast du dir Glück verdient?
  11. Ist Glück von anderen Menschen abhängig?
  12. Ist Glück etwas, das es eigentlich gar nicht gibt?
  13. Würdest du immer wieder etwas tun, von dem du weißt, dass es falsch ist, für dich aber pures Glück bedeutet?
  14. Haben manche Menschen mehr Glück als andere?
  15. Empfindest du dich glücklicher als andere Menschen?

Durch meine Frau Petra Schwehm auf diese Blogparade aufmerksam geworden, habe ich beschlossen, jetzt, wo es bei mir zeitlich gerade nicht passt, darauf einzugehen. Ein Widerspruch? Ich würde sagen nein, kein Widerspruch, sondern in meinem Erleben bin ich damit bereits mitten in der Antwort auf die Frage 2. Um glücklich zu sein, braucht es nämlich aus meiner Sicht im Regelfall die Entscheidung dazu, glücklich zu sein, manchmal sogar die noch umfassendere Entscheidung, nämlich überhaupt glücklich sein zu dürfen.

Glück ist für mich [zu 1.] im Kern eine bestimmte Gefühlsqualität. Ungefähr eine bunte Mischung aus Freude, Dankbarkeit, Bewusstheit über die eigene Freiheit und noch einiges mehr. Auf einer anderen Ebene kann Glück aber durchaus auch ein (Lebens-) Wert sein.

Zu 3. Ich würde sagen, dass ein Mensch, der sein Leben nach seinen ureigenen Vorstellungen (aktiv) lebt, den besten Nährboden bereitet hat, sodass das Glück “hie und da” sich plötzlich erlebbar zeigen kann – im Idealfall vielleicht durch bzw. im Angesicht geliebte(r) Menschen.

Zu 4. Interessante Frage, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Meine klare Antwort: Noch nie war ich über längere Phasen hinweg so zufrieden in meinem Leben, wie jetzt :-).

Zu 5. Aus meiner Sicht: JA KLAR. Siehe z. B. meine Antworten zu 2. und 3.

Zu 6. Nein, das glaube ich nicht. In diesem Sinn glaube ich nicht an Vorbestimmung. Meine Überzeugung ist, das Glück (wie auch Unglück) im Kern selbst verursacht ist: bewusst, unbewusst, systemisch, energetisch und auf welchen eventuellen weiteren Ebenen auch immer.

Zu 7. im Moment :-).

Zu 8. Jein. Geld als solches glaube ich nicht, aber ein gefüllter Kühlschrank (de facto oder im übertragenen Sinn) braucht es typischerweise schon, um (zumindest mit sehr viel höherer Wahrscheinlichkeit) glücklich sein zu können.

Zu 9. Wenn das Wort Glück rein oberflächlich oder gar aus primitiven Marketingüberlegungen heraus benutzt wird, dann ja. Ansonsten würde ich sagen, dass man sich damit gar nicht intensiv genug auseinandersetzen kann, gemaß dem Motto: Nur wer brennt, kann andere entzünden, und wer glücklich ist, kann andere (vielleicht) damit anstecken.

Zu 10. JA!

Zu 11. Abhängig sicher nicht. Wer jedoch in seinem Leben darauf achtet, möglichst häufig von Menschen umgeben zu sein, die wirklich zu ihm passen, der wird nach dem (empirischen) Gesetz der Resonanz sicher auch durch diese anderen häufiger glücklich sein als durch zufällig ausgewählte, andere Menschen.

Zu 12. Sobald man es in ein Wort packt und ein Bild, eine Vorstellung, ein Denkmodell dazu hat, gibt es das. Worte schaffen Wirklichkeit, würde ich sagen.

Zu 13. Ich glaube, so etwas kann es prinzipiell gar nicht geben. Ich würde das dann eher als Befriedigung oder so bezeichen, nicht jedoch als Glück.

Zu 14. Diese Frage interessiert mich nicht, sie erscheint mir als irrelevant. Eine quasi-Antwort, die mir dennoch gerade in den Sinn kommt: Jeder hat das Recht darauf, sein Leben nach seinen Vorstellungen zu leben. Und wenn Glück in diesen Vorstellungen nicht vorkommt, dann ist das eben so.

Zu 15. Siehe 14.

Zum Glück bin ich jetzt fertig ;-). Nein, das ist nicht meine innere Haltung, sondern ich lächle gerade was das Zeug hält. Ich freue mich, dass ich anlässlich dieses Posts gleich noch ein paar andere Dinge miterledigt habe :-).

Jetzt werde ich diesen Post gleich auf die Reise senden, und dann bin ich gespannt, in welcher (Damen-) Gesellschaft er sich dann befinden wird, oder ob sich vielleicht, wider der Ansprache der Blogparade, doch noch der eine oder andere Mann mit einreiht ;-).

Auch wenn ich dich (bisher) nicht kenne, liebe Silvia, danke für diesen Gedankenanstoß.

Viel Glück an all jene, die es vielleicht gebrauchen können, und liebe Grüße

Matthias Schwehm

Einmal das Leben verändern – aber bitte in 5 Minuten!

So könnte man den Wunsch vieler Menschen formulieren, wenn man ihn auf die Spitze treibt.

Viele Menschen sind mit ihrem Leben unzufrieden – vielleicht sogar du? Anstatt dann jedoch wirkungsvolle Veränderungen einzuleiten, mit dem Aufwand den es braucht, innerhalb der hierzu erforderlichen Zeitspanne, soll das Problem SOFORT gelöst sein. Und wenn das nicht gleich beim ersten Anlauf funktioniert, für den man vielleicht viel Geld bezahlt hat, lässt man es eben bleiben.

Wer ist denn dieser IMAGINÄRE Verhandlungspartner, an den man diese Erwartungshaltung stellt, (nämlich dass es SOFORT und BEIM ERSTEN VERSUCH “klappen” müsste)? Doch halt: Man hätte eben mehr “daran glauben” müssen… Wenn das mal kein altersregressives, naiv-magisches Denken in Reinkultur nebst einfacher Verschiebung ist?

Doch was soll das nun wieder heißen? Als magisches Denken bezeichnet man eine natürliche Entwicklungsphase, in der das Kind beispielsweise noch an den Weihnachtsmann glaubt und an andere magische Wirkungen und magische Zusammenhänge, wie z. B. auch der “Tatsache”, dass der eigene Papa der stärkste Mann auf der ganzen Welt ist. Allmählich entwickelt sich das Kind (normalerweise) weiter und lernt, dass es für viele Wirkungen Ursachen gibt, und dass reine Vorstellungskraft alleine manches eben nicht verändern kann.

Unter einer einfachen Verschiebung versteht man den (unbewussten) Prozess, z. B. auf Person A sauer zu sein, das jedoch auf Person B zu projizieren und so zu reagieren, als wäre man auf B sauer.

Als altersregressiv bezeichnet man ein (menschliches) Verhalten dann, wenn es nicht zur typischen Lebenserfahrung bzw. zum Lebensalter desjenigen passt, wenn sich dieser also “zu sehr” wie ein Kind verhält und/oder “zu sehr” wie ein Kind denkt.

Zurück zum imaginären Verhandlungspartner; wer könnte das also sein? Manche würden vielleicht sagen, Gott. Mir persönlich lägen die leiblichen Eltern im Allgemeinen, respektive ein Elternteil im Besonderen, gedanklich näher. Diesbezüglich würde auch die gemutmaßte Verschiebung einen Sinn ergeben: als (verkappte) Anspruchshaltung an den eigenen Vater oder die eigene Mutter.

Übersetzt könnte die Überschrift somit lauten: “Papa, Mama, ich habe ein Problem, und weil ihr so groß, allmächtig und allwissend seid, löst ihr das bitte SOFORT für mich. Tut ihr das nicht, weiß ich, dass etwas MIT MIR nicht stimmt (denn natürlich liebt ihr mich mehr, als alles andere auf dieser Welt, und ihr meint es immer gut mit mir, und wenn ihr etwas NICHT für mich tut, dann nur, weil etwas MIT MIR FALSCH ist). Dann habe ich nur noch den Ausweg, mich in die Schmollecke zurückzuziehen. Vielleicht erreiche ich euch dann noch über den Umweg des Leidens, wenn ihr genug Mitleid mit mir empfindet.”

Alles klar?

Solltest du Lust auf größere Wachstumsveränderungen in deinem Leben haben, kann ich dir nur das Selbstbewusstseinstraining XXL empfehlen, das über viele Jahre gewachsen ist, und zu dem es, von seiner Wirktiefe her gesehen, nur ganz wenige Alternativen geben dürfte, wenn überhaupt.

Siehe hierzu auch den Artikel zur Entwicklung vom Selbstbewusstseinstraining XXL.

Ändere dein Leben – JETZT!

Wie zufrieden bist du…

  • mit deiner Persönlichkeit?
  • mit deiner Berufstätigkeit?
  • mit der möglichen Preisklasse deiner Urlaube?
  • mit deiner Partnerschaft und/oder deiner (Gegenwarts-) Familie?
  • mit dem Zustand deines Körpers?
  • mit deiner Wohnlage sowie deiner Wohnung/deinem Haus?
  • mit deinen derzeitigen Rentenaussichten?
  • mit der Gestaltung deiner Freizeit, deinen Hobbys…
  • MIT DEINEM DERZEITIGEN LEBEN?

Die wenigsten Menschen können hier 100 Punkte vergeben, wenn sie sich selbst gegenüber wirklich ehrlich sind. Aber: Kann man in seinem Leben überhaupt wirklich rundherum zufrieden sein? Ich behaupte: JA! Und/aber: das geht nicht ohne persönlichen Einsatz. Aber wie? Das wirft die folgende Frage auf:

Wie kannst du DEIN Leben wirklich leben?

Lese hier weiter: Dein wahres Leben leben, (wie) geht das?

Dein Traumleben leben

Es war ein ganz normaler Tag im Leben von Thomas Zukunft. Wie schon seit langem stellte er seinen Wecker nicht. Nach dem nicht schnell in sich hineingeschütteten Kaffee setzte er sich nicht in aller Hergottsfrühe in das ungemütlich kalte Auto, um durch die Dunkelheit zur entfernt liegenden Arbeitsstelle zu fahren, und er musste auch nicht im Stau inmitten anderer gestresster Menschen, die allesamt zur Arbeit unterwegs waren, stehen. Teils hintergründige, nicht wirklich nett gemeinte Begrüßungen im Betrieb erlebte Thomas heute auch nicht, wie auch der Arbeitstag nicht mit einem langweiligen Meeting begann. All das war für Thomas längst vergangene Vergangenheit.

Thomas räkelte sich im Bett, nachdem er sanft von herrlichen Sonnenstrahlen geweckt wurde. Gerne gab er sich einigen aufbauenden Gedanken hin, während sich ein spannender Tag in seinen Gedanken allmählich abzuzeichnen begann. Teils geplant, teils optional. Ja, so liebte er sein Leben…

Hast du Lust darauf, hier weiter zu lesen? Falls ja, lasse es mich bitte wissen – ich bin sehr gespannt :-).

Gute Vorsätze 2016 – damit es nicht bei den Vorsätzen alleine bleibt ;-)

Gute Vorsätze 2016

Wer kennt das nicht: Silvester 2015 naht, und schnell werden noch ein paar Gute Vorsätze für 2016 entwickelt. Allzu oft bereits nur halbherzig, weil “es” ja bereits im letzten Jahr “nicht geklappt hat” (von den Jahren zuvor ganz zu schweigen).

Wenn du hieraus keine (schlechte) Gewohnheit, die deine Lebensqualität allmählich nach unten zieht, machen möchtest, findest du in diesem Video bewährte Wege und wirkungsvolle Strategien, damit du an Silvester 2016 vielleicht sogar sagen kannst: “Ja, meine guten Vorsätze für 2016 habe ich sogar übertroffen!
Video anklicken zum Abspielen :-)!

Wie du Krisen für neues Wachstum nutzen kannst

Bitte zuerst lesen: Welcher Krisen-Typ bist du?

Der mögliche Zusammenhang zwischen Krise und Wachstum

Übersetzt bedeutet Krise, nach meinem Verständnis zumindest, die Chance darauf, bestimmte Zusammenhänge besser zu verstehen, daraus zu lernen und insbesondere auch die Möglichkeit für neues Wachstum.

Albert Einstein hat sinngemäß gesagt, dass das Denken auf der Ebene, die ein Problem verursacht hat, es nicht lösen kann. Im NLP (Neurolinguistisches Programmieren) würde man in so einem Fall möglicherweise auf die Meta-Ebene gehen, also sozusagen eine Ebene darüber.  Bildlich gesprochen lässt man das Krisen-Labyrinth vorübergehend ruhen, fährt in den Baumarkt, kauft sich Hammer, Nägel, Kanthölzer, eine Säge und baut sich damit einen Hochsitz an einem zentralen Punkt im Krisen-Labyrinth. Das kostet zwar Zeit, dadurch hat man jetzt aber die Möglichkeit, eine ganz neue Perspektive einzunehmen.

Von da oben kann man nun plötzlich mögliche Irrwege und insbesondere auch mögliche Lösungswege erkennen, ohne dass man blind alle Möglichkeiten ausprobieren muss. Aus vergangenen Irrpfaden kann man lernen und mögliche Lösungswege auf einem Plan skizzieren. Während andere entnervt weiter im Krisen-Labyrinth kraftzehrend umhergeirrt sind, kann man selbst inspiriert, mit neuem Schwung und neuen Perspektiven die Krise erneut angehen, die zwischenzeitlich im inneren Erleben die Metamorphose zur Chance, zur Wachstumsmöglichkeit vollzogen hat. Gleichzeitig sind intensive Lern- und Reifungsprozesse geschehen, die zukünftige Krisen wahrscheinlich bereits im Vorfeld in einem anderen Licht erscheinen lassen.

 

In Krisen wachsen? Die “Krisen-Charaktere”

Aus welchem Holz ein Mensch geschnitzt ist kann man meines Erachtens unter anderem daran erkennen, wie er mit Krisen umgeht, und zwar bezogen auf sich selbst, auf andere und auf die Krise als solche. Ich würde hierbei folgende Charaktere unterscheiden:

Das vor Angst erstarrte Kaninchen

Wie hypnotisiert starrt das Kaninchen auf die sich vor ihm aufgebaute Klapperschlange, die nur noch blitzschnell vorzuschnellen und ihren tödlichen Biss anzubringen braucht. Die ganze Aufmerksamkeit des Kaninchens ist auf die bedrohliche Klapperschlange, auf den tödlichen Biss, auf die ohrenbetäubenden Klappergeräusche gerichtet. Die gesamte Energie des Kaninchen wird in der mit aller Gewalt vor Angst fast bis zum Zerbersten angespannten Muskulatur benötigt – für das Denken sind keine Ressourcen frei, damit sind alle Möglichkeiten des Überlebens, und damit inserbesondere des Veränderns, sozusagen für den Rest des mutmaßlich nur noch kurzen Lebens ausgeschlossen. Das, was um keinen Preis der Welt sein soll, saugt alle zur Verfügung stehenden Energien ab wie ein überdimensional großen schwarzes Loch.

Das Opfer

Das Klarste der Welt ist für diesen Typus, dass “die Anderen/das Andere” schuld sind. Die Krise ist schuld an der Krise, die Politiker, der Lebensgefährte, die Kindheit, die Eltern und natürlich auch Gott und die Welt.

Das Opfer ist Meister der Rhetorik und der Umbiegung von Logik, sodass es sogar für manch Außenstehenden nach einer kurzen Impfung durch ein (wie immer) Energie zehrendes Gespräch logisch erscheint, dass das Opfer selbst für seine Situation gar nichts kann.

Die Energie des Opfers fließt in Biertischparolen gegen “die da oben”, gegen die (oft nur verschwommen angedeuteten, vermeintlichen) “Täter” und natürlich in triefendes Selbstmitleid, mit der verstärkt und potenziell extremst ansteckend wirkenden Aufforderung “hilf mir und teile insbesondere meine Illusion!”.

Besonders problematisch bei diesem Suhlen des Opfers ist es, dass hilftsbereite Freunde, Bekannte, Verwandte usw. mit jedem weiteren Kontakt des Opfers energetisch ausgesaugt, mit dieser verqueren Ideologie infiziert, und damit letztendlich auch zu Opfern werden. Damit bekommt das Opfer noch mehr Zustimmung dafür, wie schlimm doch alles ist und wie böse die Täter sind.

Der Hamsterradler

Der Hamsterradler weiß, dass er die Krise durch die Umsetzung der Parole “Ich muss mich halt noch mehr anstrengen!” aus der Welt schaffen kann. Hierbei treibt ihn die Krise zu Spitzenleistungen an. Je bedrohlichere Auswirkungen die Krise hat, desto weniger Zeit bleibt ihm fürs Nachdenken, denn umso mehr muss er hamsterradeln. Hierbei kann er leider nicht wahrnehmen, dass gerade sein Hamsterrad ihn überhaupt in diese Krise geführt hat oder dass dieses Hamsterrad als solches diese Krise herbeigeführt hat.

Das Gute an dieser paradoxen Situation ist, dass der Hamsterradler maximal motiviert ist, keine Zeit für das Angstgenerieren angesichts der Krise hat und hierdurch relativ optimistisch unterwegs ist, und dass er auch keine Ressourcen zur Verfügung hat, den sich ankündigenden Tod-durch-Burnout wahrzunehmen.

Der Betrieb, in dem sich das Hamsterrad dreht, kann reich ernten und diesem Mitarbeiter nach 25 Jahren (sofern er diese noch erlebt) einen tollen Präsentkorb mit einem feuchten Händedruck und einer netten Urkunde überreichen.

Da der Hamsterradler sein Hamsterrad sehr gut kennt, es dort kuschelig warm ist, es sich sicher anfühlt und er viel positive Aufmerksamkeit für seine Anstrengungen bekommt, fällt es ihm relativ leicht, die immer wieder aufpoppende Sinnfrage aus dem Hamsterrad zu verbannen.

Da ich spüre, wie diese Denke mich gerade selbst beginnt, runterzuziehen, überspringe ich (zunächst) die folgenden Charaktere:

  • das hilflose Kind
  • der Depressive
  • der Pessimist

Du magst weiterlesen? Wie du Krisen für neues Wachstum nutzen…

Kriterien und Hinweise für “gute” Übungen zum Selbstbewusstsein stärken

Viele Menschen, die etwas für ihr Selbstbewusstsein tun möchten, überfordern sich. Das geschieht oft, wenn sie “gut gemeinten Ratschlägen” folgen oder den “ultimativen Tipps” aus irgend einer Illustrierten oder aus einem der vielen, rein aus der Theorie heraus entstandenen, (therapeutischen) Selbsthilfe-Bücher. Eine ständige Überforderung führt zu Frust und damit meist zu einem Abbruch der Übungen. Damit ist dem Übenden natürlich nicht gedient. Doch was kann man tun?

Meine dringende Empfehlung

Suche dir GANGBARE Möglichkeiten, wie du dein Selbstbewusstsein durch Training stärken kannst. Eine Übung ist immer dann für eine konkrete Person gangbar, wenn

  • sie diesem Menschen sinnvoll und nützlich erscheint
  • sie so klein ist, dass sie ohne große Überwindung umsetzbar ist
  • sie tatsächlich auch ausgeführt werden kann ohne großen Aufwand (wer erst noch in die nächste Stadt reisen muss, um dort 5 Minuten üben zu können, wird das aus naheliegenden Gründen nicht tun – zumindest nicht dauerhaft)
  • sie etwas Überwindung beim Ausführen kostet (aber keine riesige Überwindung, sonst ist der Übungsschritt zu groß)
  • (Übungen, die keine Überwindung kosten, sind keine stärkenden Übungen sondern eher netter Zeitvertreib)
  • sie beim mehrfachen Üben voraussichtlich eine bleibende Wirkung bringt
  • sie idealerweise (zumindest etwas zeitverzögert) für ein gutes Gefühl sorgt

Beispiel

Ich gebe dir ein Beispiel. Mit ungefähr 18 Jahren beschloss ich, meine Mitmenschen mit ihrem Namen anzusprechen. Ich genoss es immer sehr, wenn ich in der kleinen örtlichen Bankfiliale mit „Herr Schwehm“ angesprochen wurde und wollte den Mitarbeitern ebenfalls ein gutes Gefühl vermitteln. Auch die Kassiererinnen im örtlichen Discounter trugen mittlerweile Namensschildchen, und da gab es insbesondere eine junge Dame, die mir ganz besonders gefiel…

Nach einigen Monaten kam die ernüchternde Erkenntnis: Zwar hatte ich es mir oft vorgenommen, aber ich hatte mich nie getraut. So wie es meine damalige Art war sprach ich vermutlich eine Weile kein Wort mehr mit mir ;-).

Ohne dass ich damals einen direkten Zusammenhang sah kreierte ich folgende Übung: Ich stellte mich vor einen Spiegel, den ich extra dafür in einem geschützten Raum aufgehängt hatte, und lächelte mich an. Anfangs kam ich mir dabei ziemlich doof vor. Nach ungefähr vierzehn Tagen des täglichen Übens (je vielleicht 3-5 Minuten) erlebte ich nach und nach ein erhebendes Gefühl, wenn ich mich selbst anlächelte.

Inzwischen geht man davon aus, dass bei intensiven Blickkontakten das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird (das auch gute Gefühle macht). Ich vermute, dass das damals bei mir auch der Fall war. Ich begann dadurch sozusagen, mich an mich selbst zu binden. Tatsächlich erlebte ich, dass ich mit mir immer besser in Kontakt kam. Das kann bzw. möchte ich jedoch nicht alleine auf diese Übung zurückführen, denn im selben Zeitfenster trainierte ich mein Selbstbewusstsein auch noch auf weiteren Baustellen.

Nach und nach spürte ich, dass ich andere Menschen INNERLICH anlächeln konnte. Für ein äußeres (sichtbares) Lächeln war ich noch nicht weit genug, das mit dem inneren Lächeln klappte jedoch immer besser. Dazu fällt mir ein wissenschaftliches (?) Experiment ein, über das ich mehrfach gelesen hatte. Ein Psychologe ging ganz bewusst durch eine Stadt (in den USA?) zu einer Zeit, als Pferde und Kutschen noch üblich waren. Er stellte sich vor, der böseste Mensch auf Erden zu sein. Angeblich hätten dann Mütter ihre Kinder teilweise auf die andere Straßenseite gezogen, wenn er kam. Menschen hätten ihn grundlos aggressiv „angemacht“ und ein Pferd hätte gar gescheut. Ob das so war oder nicht sei dahingestellt, jedenfalls glaube ich an die darin steckende positive Metapher, wenn man die Geschichte umdreht.

Allmählich traute ich mich, Menschen tatsächlich auch äußerlich anzulächeln. Das klappte besonders gut bei solchen, „bei denen es für mich um nichts ging“. Z. B. einen älteren Herrn in meinem Zugabteil, eine unattraktive Frau die mich nach dem Weg fragte etc. Einen Polizisten oder auch eine hübsche junge Dame konnte ich auch damals noch nicht anlächeln.

Bis ich Menschen tatsächlich namentlich ansprechen konnte vergingen letztlich einige Jahre. Zwar hätte ich nie gedacht, dass das so lange dauern könnte, aber es war eben ein Teil meines Weges, den ich auch jederzeit wieder gehen würde. Im Lauf der Zeit sind mir jedoch viele Möglichkeiten und Techniken begegnet, sodass ich meinen Trainingsteilnehmern und Klienten oft zu einer deutlich höheren Wachstumsgeschwindigkeit verhelfen kann.

Hätte ich damals weiterhin direkt versucht, Menschen mit Ihrem Namen anzusprechen, hätte ich womöglich die Flinte irgendwann frustriert ins Korn geworfen. Stattdessen habe ich die Übung so klein gemacht, dass sie für mich GANGBAR war.

Was hast du schon alles probiert, von dem dir jetzt bewusst wird, dass es eigentlich zu viel auf einmal oder zu groß war? Schreibe es mir gerne unter dieses Posting :-).