Traumberuf oder Berufung?

Augen zu und Hamsterradeln?

Das scheint die Devise vieler Menschen zu sein. “Man muss ja schließlich froh sein, wenn man einen Beruf hat”, “Irgendwie muss ich ja mich/meine Familie ernähren können”, so oder ähnlich lauten die Erklärungen, warum sich viele (noch) nicht mit ihrer Berufung beschäftigt haben. Das Fatale: Die solchen “Erklärungen” innewohnenden Suggestionen lauten in etwa: “Mit meinem Traumberuf/meiner Berufung kann ich kein Geld/nicht genug Geld verdienen” oder “Man muss es sich leisten können, seinen Traumberuf/seine Berufung zu leben”…

Ist das so? Wenn du diese Worte auf dich und auf dein Leben für einen Moment lang wirken lässt, was kommt dir dabei in den Sinn?

Brett vorm Kopf?

Da fällt mir gerade eine Geschichte ein. Ein junger Holzfäller schaffte lange Zeit pro Tag sieben Bäume mit seiner Axt zu fällen. Nach einer Weile schaffte er nur noch sechs, später fünf und so weiter. Ein sehr alter erfahrener Holzfäller sah das und wollte ihm einen Hinweis geben. Kaum setzte er an, etwas zu sagen, fuhr ihn der junge Holzfäller auch schon an: “Lass mich in Ruhe, alter Mann, ich muss meine Arbeit tun. Siehst du das denn nicht?” Was er nicht wusste: Der erfahrene Holzfäller wollte ihm raten, seine Axt zu schärfen, die zusehends stumpfer geworden war angesichts der vielen gefällten Bäume…

In Bezug auf den Traumberuf/die Berufung hinkt diese Geschichte zwar etwas, aber eins macht sie klar: Manchmal spart es Zeit und Energie, über das, was man gerade zu tun gedachte, nachzudenken. Dadurch kann “die Axt geschärft” oder auch ein neuer Weg gefunden werden, sodass das ursprüngliche Ziel vielleicht sogar bei weitem übertroffen wird.

Direkt gefragt

  • Wie bist du zu deinem derzeitigen Beruf gekommen?
  • Wie sehr liebst du deinen Beruf?

Solltest du bei der zweiten Frage nicht aus voller Inbrunst heraus ein Loblied auf deinen momentanen Beruf singen können, wirst du hier womöglich wertvolle Inspiration mitnehmen können: Deine Berufung finden. 🙂